Erfahrungen mit Creative Cloud online Seminaren

von | 11. Mai 2020 | 0 Kommentare

Seit vielen Jahren verwende und veröffentliche ich online Tutorials und Webinare zu unterschiedlichen Creative Cloud Themen. Aber funktioniert ein richtiges Seminar auch online? Da bin ich als Trainer bisher sehr skeptisch gewesen. Tutorials und Webinare sind in der Regel zu einem sehr spezifischen Thema und meistens in der Dauer auf wenige Minuten oder maximal ein bis zwei Stunden begrenzt. Präsenzseminare gehen in der Regel von 9 bis 17 Uhr und das auch noch über mehrere Tage. Mit diesem Artikel möchte ich mich nicht als online Seminarprofi aufspielen – ganz im Gegenteil möchte ich einfach nur meine  ersten Erfahrungen damit teilen.

Zuerst stand für mich die Suche nach einer geeigneten Plattform. Nachdem Mitte März sehr plötzlich fast alle gebuchten Seminartermine abgesagt wurden, stand ich vor der Entscheidung online weiterzumachen oder abzuwarten. Zum abwarten fehlt mir dann doch die Geduld und so habe ich erstmal damit begonnen die verschiedenen Lösungen für online Seminare zu testen. Einige Systeme wie Microsoft Teams, TeamViewer, GoToWebinar oder Adobe Connect kannte ich bereits für online Support oder Live-Webinare. Allerdings fand ich es sehr schwierig in diesen Programmen in etwa das Erlebnis eines Präsenzseminars abbilden zu können.

Ich schreibe hier über alle Kriterien und Funktionen, die mir wichtig sind. Diese helfen Dir vielleicht bei der Auswahl des richtigen Programms. Da die einzelnen Tools permanent neue Funktionen bekommen und ich nicht immer alles verfolge gibt es hier keine Feature-Vergleichs-Tabellen.

Interaktion in einem online Seminar: Webcam, Mikrofon und Chat

Für mich ist es wichtig, dass ich alle Teilnehmer/innen gleichzeitig sehen kann, denn als Trainer habe ich ein gutes Gespür dafür entwickelt, ob Du als Teilnehmer/in meinen Inhalten folgen kannst, Schwierigkeiten bei der Bedienung des Programms hast oder zwischendurch eine Pause benötigst. Gleichzeitig möchte jede/r wie in einer echten Seminargruppe die Möglichkeit haben zu wählen, ob Du nur mich sehen möchtest, alle anderen Teilnehmer/innen beobachten möchtest oder vielleicht nur den aktuellen Sprecher/in einblendest. Ebenfalls eine wichtige Funktion: das eigene Bild ausblenden, denn je mehr Du auf Dich selbst achtest, umso mehr lenkt das von den Seminarinhalten und Aufgaben ab. Das klingt blöd, aber wer schaut schon bei einem Seminar permanent in den Spiegel? Darüber hinaus kann ich nicht davon ausgehen, dass alle Teilnehmer/innen mit einem optimalen Setup von zwei Monitoren arbeiten können. Die eigene Software, der Bildschirm des Moderators und die Webcam-Übertragung anderer Personen – das wird schnell zum Platzproblem auf einem 15″ Laptop-Bildschirm.

Wenn neben jedem Teilnehmer noch der Name auftaucht und sich dieser im Zweifelsfall sogar anpassen lässt (wer möchte schon Video-PC-15 heißen), dann ist das schon ein sehr guter Ersatz für die hübschen Namensschilder in einem Präsenzseminar.

Bereits an diesen einfachen Funktionen scheiterten einige der Testkandidaten: teilweise konnten nicht mehr als vier Webcams gleichzeitig sichtbar sein oder es gab keine Möglichkeiten die Bestandteile der Seminarsoftware sinnvoll auf einem oder zwei Monitoren zu arrangieren. Auch die Übertragungsqualität und Geschwindigkeit von Screensharing und Webcams sind wichtig. Wer möchte schon den ganzen Tag in verschwomme Gesichter schauen oder einen Versatz zwischen Bild- und Ton von bis zu 20 Sekunden gedanklich ausgleichen. Das sind Faktoren, die sehr schnell zu Müdigkeit führen. Und Müdigkeit ist so ziemlich das Letzte was Du brauchst, wenn Du gerade After Effects, Premiere Pro, Photoshop oder InDesign lernen möchtest.

Logitech BCC 950 Webcam

 Ich hatte keine Lust den ganzen Tag ein Headset zu tragen. Am Ende habe ich mich für die Logitech BCC 950 Webcam entschieden, die über eine sehr gute Video- und Audioqualität verfügt.

Wo wir schon beim Ton sind: Sicher hast Du auch schon mal ein Live-Webinar mit schlechtem Ton oder Tonaussetzern gehört. Natürlich habe ich das auch schon oft genug als Veranstalter selbst erlebt. Es ist grausam! Und die Steigerung von schlechtem Ton ist ganz einfach: schlechter Ton von 9 bis 17 Uhr. Schon der Gedanke daran erinnert mich unausweichlich an CIA Methoden –  und ich meine nicht deren didaktische Methoden.

Die Konfiguration der Audiokomponenten ist auch nicht immer so ganz einfach. Wie schnell lassen sich hier die richtigen Mikrofoneingänge, USB Kopfhörer oder was die Teilnehmer/innen sonst noch so an Hardware benutzen auswählen? Ist neben der Übertragung von Audio über den Computer auch parallel eine Telefonkonferenz notwendig und möglich?

Kommen wir zum Chat: in einem online Seminar ist der Chat für mich eher zweitrangig. Eine Chatfunktion ist in einem Live-Webinar absolut notwendig, um dem Moderator Fragen zu stellen (die diese/r beantwortet, wenn es in die Agenda passt… und sonst auch mal ignoriert oder bestenfalls noch für die Q&A Runde am Ende sammelt). Ein Seminar würde so nicht funktioneren. Wenn Du eine Frage hast, dann ist diese unmittelbar jetzt für Dich wichtig. Vielleicht kommst Du sonst nicht weiter oder Du hast das Seminar extra dafür gebucht. Ohne Fragen braucht heutzutage kein Mensch mehr Seminare: Google und Youtube würden voll und ganz ausreichen.

Davon einmal abgesehen, haben Teilnehmer/innen auch keine Zeit eine Frage einzutippen, denn sie müssen bereits drei Dinge auf einmal tun: dem Bildschirm des Moderators folgen, seinen Ausführungen lauschen und selbst auch noch mitmachen. Jetzt höre ich schon andere Trainer/innen aufschreien und über didaktische Methoden für Softwareschulungen philosophieren… aber erstens ist das hier nicht mein Thema und zweitens werden Seminare bei der strikten Befolgung aller didaktischen Lehrmethoden unendlich zäh, langweilig und repetitiv. Und um genau diese Art von Über- und Unterforderung auszupendeln ist es mir so wichtig, alle Teilnehmer/innen zu sehen.

In einem echten Seminar kommt es sehr häufig vor, dass eine Frage zwei- oder auch mehrere Male gestellt wird. Ich finde das absolut in Ordnung, denn niemand kann einen ganzen Tag konzentriert zuhören und mitarbeiten. Daher spare ich mir jede „das-hatten-wir doch-schon-Bemerkung“ und beantworte einfach noch mal die Frage. Meistens gibt mir das sogar die Chance eine Funktion nochmal aus deinem zweiten Blickwinkel zu betrachten, sodass dann wieder alle etwas davon haben. Natürlich stellt niemand gerne eine Frage, die eben schon gestellt wurde. Daher würden auch die Teilnehmer/innen zur Sicherheit permanent die Fragen im Chat noch mal durchgehen und wären dadurch sogar noch zusätzlich abgelenkt.

Ich denke jetzt wird klar, warum ein Chat in einem Seminar nicht hilfreich ist und darüber hinaus noch so viel Ablenkung bringt, wie das lesen und beantworten von E-Mails während des Seminars. Andere Team-Kanäle, die während eines Seminars permanent mit mehr oder weniger wichtigen Botschaften ablenken machen da übrigens keinen großen Unterschied zu E-Mails.

Soviel zur Sichtweise als Teilnehmer/in; als Moderator kenne ich darüber hinaus noch die Herausforderung aus Live-Webinaren wenn ich versuche halbwegs flüssig weiterzusprechen, während ich gerade die Fragen im Chat durchlese. Fazit: mir ist es lieber jemand ruft direkt eine Frage rein oder hebt am anderen Ende der Webcam die Hand und ich kann gleich darauf reagieren. So funktioniert Interaktivität und Kommunikation in einem online Seminar für mich.

Dennoch möchte ich für die Chatfunktion eine Lanze brechen: Über den Chat lassen sich nämlich schnell und einfach Links und Dateien miteinander teilen. Ein PDF mit Tastaturbefehlen oder der aktuelle Stand der Projektdatei. Oder man teilt mal eben etwas Platzhaltertext für die Gestaltung. Der Chat ist praktisch als Whiteboard-Ersatz für Notizen und Teilnehmerwünsche. Und wenn ich eine Frage thematisch auf später verschieben muss, dann ist der Chat ein guter Ort für ein Versprechen: So gerät nichts in Vergessenheit.

Ach ja, wenn Du mir über einen privaten Chat mal schnell ein Symbol zu Deinem Zustand schicken möchtest: z.B. Kaffeepause, Daumen hoch, Applaus oder geh mal vom Gas. So eine Funktion würden viele Teilnehmer/innen bestimmt auch in einem Präsenzseminar einsetzen.

Teilen von Bildschirminhalten

Creative Cloud Online Seminare

 Herausforderungen aufgrund der Distanz: wie sorgt man bei online Seminar für ein vergleichbares Erlebnis zu Präsenzseminaren?

Kommen wir zu dem Herzstück einer jeden Software-Schulung: den Bildschirm teilen. Aus Präsenzseminaren kennt man schlechte Beamer-Auflösungen oder dunkle Programmoberflächen bei direkter Sonneneinstrahlung. Yeah! Ein Pluspunkt wo ein online Seminar die Nase vorn hat. Zumindest bei einer stabilen Internetleitung. Aber gehen wir mal davon aus, dass im Jahr 2020 (fast) überall recht gutes Internet vorhanden ist und das die Kinder mal auf Netflix 4K verzichten können damit Mama oder Papa ein neues Adobe Programm im Homeoffice lernen dürfen… Ohje, hier mache ich ein Fass auf, dass ich in diesem Artikel sicherlich nicht mehr vollständig behandeln könnte. Blenden wir also das Thema Homeoffice und Kinderbetreuung lieber komplett aus und hoffen, dass der oder die Seminarteilnehmer/innen eine Lösung findet. Und zu allem Überfluss ist Netflix jetzt nur bei wirklich guten Internetverbindungen eine Lösung…

Genau wie die Webcam unterstützen alle Anbieter irgendeine Form des Screensharings. Große Unterschiede gibt es aber in der Qualität. Ich verwende mit Absicht keine hohen Bildschirmauflösungen, damit die Teilnehmer/innen alles gut erkennen können. Die etwas ungewöhnliche Auflösung von 1600×900 ist aus meiner Sicht der beste Kompromiss. Bei niedrigeren Auflösungen gibt es oft Schwierigkeiten mit den Adobe Programmoberflächen: dann werden Dialogfelder oder Werkzeugleisten angeschnitten oder es gibt zu wenig Platz für das Dokument und zwei bis drei Bedienfelder, die gleichzeitig benötigt werden. Bei höheren Auflösung ist es für Teilnehmer auf Distanz oder mit kleineren Monitoren schwierig die teilweise feinen Icons und Beschriftungen der Adobe Programme zu erkennen. Und bei einem online Seminar möchtest Du neben meinem Screensharing vielleicht noch eine App für Notizen verwenden, teilweise auf das eigene Programm schauen oder die Webcam-Bilder der anderen Teilnehmer einblenden.

Selbstverständlich ist ein flüssiges Screensharing wichtig. Insbesondere, wenn man Programme für Videoschnitt und Animation lernen möchte. Es bringt auch wenig Spaß, wenn die Auflösung für eine flüssige Übertragung auf 320×240 Pixel reduziert wird oder alles voller Kompressionsartefakte ist. Dann sind kaum noch Details der Oberfläche zu erkennen. Auch die Anzahl der Farben sollte für Designprogramme nicht unbedingt auf 256 reduziert werden, denn wenn es nicht gerade um das Thema GIF-Animationen geht, haben Creative Cloud Anwender zurecht einen hohen visuellen Anspruch. Leider ist auch die Übertragung des Computer-Tonsignals kein triviales Thema für viele Anbieter von online Seminarsoftware. Die fehlende Ping-Warnmeldung aus einem Office Programm ist für die Teilnehmer/innen vielleicht zu verschmerzen, aber zum erlernen einer Videoschnittsoftware wie Premiere Pro ist es schon sinnvoll, dass bei der Wiedergabe auch der Ton von der Timeline zu hören ist.

Bei einem Live-Webinar ist im Vorfeld genug Zeit das alles in Ruhe zu testen. Bei einem online Seminar ist das Teilen von Bildschirminhalten aber keine Einbahnstraße. Für mich als Trainer ist es unbedingt erforderlich, dass ich auch mal schnell auf die Bildschirme der Teilnehmer/innen schauen kann, wenn diese Hilfe benötigen. Wie einfach ist es also für die Teilnehmer mal eben den Bildschirm freizugeben. Webinare laufen meistens einfach im Browser, aber für online Seminare wird zum Teilen der Bildschirmoberfläche bei den Teilnehmer/innen meistens eine Software benötigt. Diese muss natürlich im Vorfeld installiert werden. Muss man sich dafür mit der IT auseinandersetzen oder extra einen Account anlegen? Was passiert, wenn die Teilnehmer kurz vor Beginn feststellen, dass sie ein Update der Software installieren müssen? Was für Berechtigungen sind im Zweifelsfall dann notwendig? Und falls das alles nicht funktioniert, gibt es zumindest eine Fallback-Möglichkeit, um dem Seminar mit eingeschränkten Funktionen vielleicht doch über den Browser folgen zu können. Als Anbieter sollte ich solche Szenarien unbedingt testen und im Vorfeld den Teilnehmer/innen so viel Support wie möglich zur Verfügung stellen.

Persönlich gebe ich meistens den gesamten Bildschirm frei. Alles was die Teilnehmer/innen nicht sehen sollen ist dann auf dem zweiten Bildschirm. Für Teilnehmer/innen ist es aber eine wichtige Funktion, dass die Freigabe einfach und nachvollziehbar auf ein bestimmtes Programm oder einen bestimmten Bereich beschränkt werden kann.

Praktisch könnte es auch sein, wenn als Freigabe eine zweite Webcam benutzt werden kann oder ein Smartphone oder Tablet. Man weiß ja nie, was man für Inhalte zeigen möchte: und mal eben etwas auf Papier oder einem Tablet skizzieren ist doch eine feine Sache.

Darüber hinaus habe ich getestet, wie sich die Software beim Teilen meines Bildschirms auf Deiner Seite verhält. Wird Dir ein Vollbildmodus aufgedrängt und wenn ja, lässt er sich abschalten? Kannst Du mit einem oder zwei Monitoren arbeiten und die einzelnen Bestandteile der Übertragung sinnvoll anordnen. Wie verhält sich die Software, wenn mehrere Teilnehmer/innen den Bildschirm übertragen möchten? Wie gut kann ich das als Moderator steuern und kann ich vor allem auch mit Deiner Erlaubnis Fernzugriff auf Deinen Bildschirm beantragen und erhalten, wenn Du Unterstützung benötigst?

Eine Stummschaltung für das Mikrofon und die Webcam bietet sicherlich jedes Programm. Aber wie schaut es mit einer Pause für die Bildschirmfreigabe aus. Ich will die Freigabe ja gar nicht gleich beenden müssen. Aber in der Zeit wo die Teilnehmer/innen etwas ausprobieren möchte ich vielleicht selbst mal kurz etwas für die nächste Lerneinheit nachsehen. Wenn dann permanent mein Bildschirm verschwindet und wieder auftaucht ist das etwas verwirrend. Und natürlich ist es sinnvoll, wenn ich als Moderator im zweifelsfall auch Teilnehmer einzeln stummschalten kann, wenn es dort im Hintergrund durch z.B. einen Telefonanruf sehr laut wird.

Du kannst Dir also vorstellen, dass in einem online Seminar wesentlich häufiger und auch ein wenig chaotischer zwischen verschiedenen Bildschirmen gewechselt wird, als in einem moderierten Live-Webinar. Sowohl bei der Qualität der Streams, wie auch bei den Details für die Steuerung von Bildschirminhalten gibt es viele Unterschiede bei den einzelnen Softwarepaketen. Mir ist vor allem wichtig, dass ich während der Freigabe meines Bildschirms nicht lange nach den Steuerungsfunktionen suchen muss. Nervig ist es auch, wenn ich die Steuerungselemente oder Webcam und Chatfenster jedesmal wenn jemand anderes seinen Bildschirm teilt wieder an ihren gewohnten Platz schieben muss.

Umfragen, Notizen und Anmerkungswerkzeuge

Es macht so viel Spaß auf dem Bildschirm zu krizzeln. Aber Spaß beiseite: bei einer Projektion im Seminarraum stelle ich mich hin und zeige auf die wichtigen Bestandteile der Software. Es gibt nichts unruhigeres, als wenn jemand dafür mit hektischen Kreisbewegungen den Mauscursor verwendet. Wenn die Software eine Unterstützung dafür bietet, dass ich als Moderator oder sogar die Teilnehmer auf dem Bildschirm malen können ist das schon sehr praktisch. Diese Kunstwerke dann als Screenshot mal eben speichern… auch sehr nett.

Manche Programme bieten ein extra Whiteboard mit Zeichenwerkzeugen wie Kreis oder Rechteck, ein Texttool für Beschriftungen und verschiedene Farben für die Teilnehmer. Noch schöner ist natürlich, wenn auch direkt auf dem freigegebenen Bildschirmhintergrund gemalt werden darf.

Umfragen können ein sehr praktisches Werkzeug sein, um die Beteiligung der Teilnehmer/innen einzufordern. Sind diese so komplex, dass sie im Vorfeld erstellt werden müssen oder lässt sich auch mal schnell eine Umfrage zusammenstellen, während die Teilnehmer/innen gerade einer Übung nachgehen?

Breakout Rooms

Für viele Themen kann es interessant sein, die Teilnehmer/innen in Arbeitsgruppen einzuteilen. Für mich ist das bisher bei den Creative Cloud Seminaren nicht notwendig gewesen. Insofern war es auch kein Kriterium bei der Auswahl einer Software für online Seminare.

Aufzeichnungen der Seminarinhalte

Wäre es für Dich nicht auch großartig alle Seminarinhalte als Videoclips später noch mal durchgehen zu können. Das wäre doch ein beruhigendes Gefühl, bei einem kurzfristigen Konzentrationseinbruch!  Für mich war es wichtig diesen Service bei einem online Seminar anzubieten. Ich war überrascht wie groß die Unterschiede bei den einzelnen Anbietern sind was die Qualität und die Dauer von Cloud-Aufzeichnungen oder die Performance-Einbrüche bei einer lokalen Aufzeichnung angeht. Auch wie einfach es ist die Aufzeichnung anzuhalten und wieder zu starten. Am Ende soll ja möglichst nichts fehlen aber auch keine langen Diskussionen oder Übungspausen mit drauf sein. Ich will nach einem Tag auch keinen Ordner mit 74 einzelnen Clips und kryptischen Dateinamen haben. Und ich möchte Dir diese Aufzeichnungen auch möglichst elegant zur Verfügung stellen können.

Mein Fazit

Ich habe kein perfektes Programm gefunden. Aber am Ende habe ich mich für Zoom entschieden. Es ist sehr komfortabel in der Bedienung, unterstützt alle Funktionen, die mir wichtig sind und bietet ein sehr gutes online Seminarerlebnis. Bei meinem ersten zweitägigen After Effects online Seminar haben die Teilnehmer (leider ist die rein maskuline Form hier zutreffend) Zoom als sehr angenehm empfunden. Wir hatten keine einzige technische Panne und die Bild- und Tonqualität war bei allen Teilnehmern durchgehend gut. Ich habe die Möglichkeit der lokalen Aufzeichnung verwendet und dabei keine Einbußen in der Performance auf meinem MacBook Pro bemerkt. Und hey: es ging um After Effects! Ich denke nicht, dass irgendein anderes Adobe Programm die Ressourcen des Computers so weit an seine Grenzen bringt.

Leider ist Zoom aufgrund von Datenschutz aktuell in der Kritik und daher bei vielen Unternehmenskunden nicht so beliebt. Zoom hat beim Thema Datenschutz enorm viel verbessert, aber der Markt für online Seminarsoftware ist momentan heiß umkämpft – wie viel Kritik also durch Mitbewerber zu deren Vorteil ausgegraben wurde, kann ich nicht beurteilen. Und so überzeugt ich von meinen Seminarinhalten auch bin – am Ende sind es keine kritischen Geheiminformationen. Alternativ finde ich Blizz von Teamviewer noch sehr vielversprechend und habe in wenigen Tagen den ersten Live-Einsatz damit. Microsoft Teams setze ich ebenfalls gerne ein, aber man merkt den Schwerpunkt, der eher auf Besprechungen liegt und weniger auf online Seminare bei denen es um Lerninhalte geht. Aktuell setze ich Teams für Seminare nicht so gerne ein, da ich Schwierigkeiten bei der Aufzeichnung hatte und die Bildqualität nicht durchgehend überzeugend war. GoToWebinar habe ich bereits in diversen Webinaren eingesetzt, aber bisher konnte es mich von der Bedienung noch nicht für ein online Seminar überzeugen. Adobe Connect kenne ich ebenfalls noch von früher und keines der anderen Programme ist so flexibel, was die Gestaltung und Anpassung verschiedener Räume angeht. Aber für online Seminare ist mir die Installation momentan zu heikel und man wird das Gefühl nicht los, dass Adobe sich schwer tut Flash bei Connect loszulassen. Aus zahlreichen Meetings in der letzten Zeit kenne ich noch Bluejeans. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Zoom. Aber am Ende hat mich der Funktionsumfang von Zoom doch überzeugt. Ich habe noch einige andere Programme wie z.B. Lifesize getestet, aber schnell wieder die Finger davon gelassen. Am Ende müssen auch die Kosten im Vergleich zum Umfang stimmen.

Wenn Du bereits Erfahrungen mit Tools für online Seminare gesammelt hast oder Fragen zu den genannten Programmen hast, dann schreib mir gerne einen Kommentar dazu.

Das erste Seminar – es konnte losgehen

Sven Brencher

 Nicht nur die Webseite ist in den letzten Wochen vorangekommen. Auch an meinem Studio konnte ich weiterarbeiten und für die nächsten Wochen stehen nun weitere Termine für online Seminare und neue Videotutorials an.

Als die geplanten Schulungstermine im März abgesagt wurden und leider auch der lang ersehnte Japan-Urlaub mit meinem Sohn ausfallen musste habe ich wenigstens die Zeit gefunden an meiner Webseite weiterzuarbeiten. Ich habe Mitte 2019 mit einem Redesign und einer kompletten Umstellung auf WordPress begonnen, aber dann kamen wieder so viele Termine, dass die Webseite warten musste.

Jetzt konnte ich zumindest daran weiterarbeiten und bei der Gelegenheit auch gleich online Seminare anbieten. Als Buchungsplattform habe ich mich für WooCommerce entschieden und die Seite mit Hilfe einiger Plugins abgerundet. Leider wurde die Webseite durch die Plugins deutlich langsamer. Ich habe WP-Rocket ausprobiert und bin damit ziemlich zufrieden. WP-Rocket hat die Webseite wieder enorm beschleunigt. Falls das für Dich interessant ist, erhältst Du über diesen Link bis zu 20% Ermäßigung auf WP-Rocket.

Die Vermarktung ging über den bestehenden Traffic der Seite sowie Google und Facebook Anzeigen recht schnell. Nachdem das After Effects online Seminar ausgebucht war und der Termin näher rückte war ich dann doch mal wieder etwas aufgeregt. Auch wenn ich jedes Jahr fast 120 Seminartage habe, in den letzten 20 Jahren waren es überwiegend Präsenzseminare für Unternehmen. Ein online Seminar über zwei Tage mit Teilnehmern aus unerschiedlichen Branchen ist dann doch mal wieder eine neue Herausforderung.

Die angebotene Möglichkeit zum Testen vorab haben von den sechs Teilnehmern nur zwei angenommen. 30 Minuten vor Beginn haben sich die Teilnehmer dann langsam eingewählt. Kurze Startschwierigkeiten bei einem Teilnehmer mit dem Ton aufgrund einer falschen Auswahl der Audio-Optionen. Aber wir konnten pünktlich um 9 Uhr mit einer Vorstellungrunde und einer kurzen Einführung in die Zoom Funktionen beginnen. Beim Einstieg in After Effects kann entspanne ich mich langsam wieder. Es fühlt sich nach gewohntem Terrain an. Bild- und Ton lässt uns über zwei Tage nicht im Stich und auch die Aufzeichnung am Ende haben geklappt. Der Wechsel zu den Bildschirmen der Teilnehmer hat gut funktioniert und Stolperfallen (wovon es in After Effects eine Menge gibt) konnten gut behoben werden.

Was ich vermisst habe sind die gemeinsamen Pausen zum kennenlernen – insbesondere die Mittagspause. Und vielleicht sollte man die eine oder andere Pause mehr im Vergleich zu einem Präsenzseminar einfügen. Aber für jemanden wie mich, der sonst zu einem Drittel des Jahres seine Abende in Hotels verbringt, genieße ich die Zeit mit der Familie. Ich hoffe sehr, dass online Seminare in Zukunft zu einem festen Bestandteil werden. Auch wenn ich die Seminare vor Ort ebenfalls vermisse. Es ist mein Ziel in den kommenden Jahren eine gute Mischung aus inhouse und online Seminaren hinzubekommen. Und der geplante Japan Urlaub ist auch schon erfolgreich auf 2021 umgebucht. Bleibt zu hoffen, dass bis dahin alles wieder einigermaßen normal und manches vielleicht sogar ein bisschen besser wird!

Ich bleibe optimistisch und wünsche Allen in dieser Zeit Gesundheit, Durchhaltevermögen, Inspirationen, Kreativität, Humor und eine Familie und Freunde auf die man sich verlassen kann.

Seminare

Sven Brencher

Creative Cloud online Seminare

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