Wie funktionieren Bibliotheken und Dateien in der Adobe Creative Cloud

Creative Cloud Bibliothek.

Die Elemente einer Creative Cloud Bibliothek werden übersichtlich im Browser dargestellt und lassen sich für andere Anwender freigeben.

Die Unterscheidung zwischen Creative Cloud Dateien und Creative Cloud Bibliotheken ist auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend. Beides können aber sehr produktive Funktionen sein, die viele Arbeitsschritte bei der Medienproduktion erheblich vereinfachen und beschleunigen.
Eine kurze Definition könnte folgendermaßen lauten: Bibliotheken sind für spezielle Designelemente und Dateien sind allgemeine Dokumente. Im nächsten Schritt könnte man vereinfacht sagen, dass der Creative Cloud Dateien Dienst in erster Linie einer Dropbox Funktion sehr nahe kommt. Allerdings eine Dropbox, die für Mediendateien und Medienprozesse einige praktische Zusatzfunktionen beinhaltet. Bibliotheken kann man dann verwenden, um diese Mediendokumente einfacher herzustellen. Soweit zum groben Konzept der beiden Dienste. Wie schaut das jetzt in der Praxis aus und welche beiden typischen Probleme lassen sich damit gut lösen:
1. Die Dateikonvertierungen und der Zugriff auf Daten.
2. Die Zusammenarbeit und Abstimmung von Dateien und Elementen.

Wie funktioniert die Dateikonvertierungen mit Creative Cloud Bibliotheken?

Wir schlagen uns täglich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Medien- und Dateiformaten herum. Insbesondere für Einsteiger ist es eine große Hürde zu entscheiden welches Format für welchen Vorgang zu verwenden ist und wie man die Dateien entsprechend konvertiert. Wenn man dann noch mit unterschiedlichen Geräten – insbesondere mit Smartphones und Tablets oder unterschiedlichen Betriebssystemen arbeitet – wird es richtig umständlich.

Photoshop Bibliotheken Bedienfeld

Über das Bibliothekenbedienfeld in Photoshop lassen sich Elemente platzieren oder bearbeiten.

Hier liegt die erste Stärke der Bibliotheken: sie sind direkt in die Adobe Creative Cloud Programme und die mobilen Apps integriert. Daher weiß die Bibliothek ganz genau, wie das Programm Medienelementen am besten erstellen und verarbeiten kann.

Solche Elemente lassen sich direkt in ein Bibliotheksfenster ziehen und genauso per Drag und Drop in einem anderen Programm wieder herausholen. Das Programm unterstützt ein Dateiformat nicht? Kein Problem, dann wird es beim herausholen eben automatisch konvertiert. Lassen sich die Daten in der Bibliothek dann noch bearbeiten? Ja und das bereits verwendete Bild oder Grafikelement wird sogar in allen Dokumenten und Projekten automatisch aktualisiert.

Noch etwas zum Thema Sicherheit: Alle Dokumente in der Creative Cloud sind verschlüsselt. So kommt nur derjenige an die Daten, der über die Adobe ID – also die Kombination aus E-Mail Adresse und Passwort verfügt. Die Passwörter sind selbstverständlich bei der Übertragung ebenfalls verschlüsselt.

Wie viele Bibliotheken kann ich als Creative Cloud Nutzer anlegen und welche Begrenzungen gibt es für Dateien?

Die Anzahl der Bibliotheken ist nicht begrenzt. Sie können Bibliotheken zum Beispiel für Projekte, Kunden, Teams oder für beliebige andere Themenbereiche anlegen. Jedoch kann jede Bibliothek nur maximal 1.000 Elemente beinhalten. Bei Dateigrößen gibt es insofern ein Limit, dass die Creative Cloud Destop App keine Dateien und Elemente synchronisieren kann die größer sind als 5GB. Lädt man Dateien direkt über einen Webbrowser hoch, ist das Limit schon bei 1GB pro Datei erreichteinzelnen jede Bibliothek kann maximal 1.000 Elemente beinhalten. Insgesamt stehen einem Creative Cloud Abonnent 20GB Onlinespeicherplatz zur Verfügung. Lizensiert man die Creative Cloud für Teams beträgt das Limit pro User 100GB.

Welche Elemente werden in einer Creative Cloud Bibliothek gespeichert?

Ich habe bewusst schon mehrfach den Begriff Elemente verwendet, denn es sind nicht nur Grafiken und Bilder. Grundsätzlich lassen sich in Bibliotheken folgende Elemente ablegen:

  • Grafiken und Bilder
  • Videoclips
  • Adobe Stock Assets
  • Absatz- und Zeichenformate
  • Farbfelder und Farbpaletten
  • Formen
  • Muster
  • Pinselspitzen
  • Muster
  • Looks
  • 3D Elemente

Adobe erweitert den Umfang der Creative Cloud Bibliotheken regelmäßig, sodass immer neue Elementtypen hinzukommen. Bei Grafiken und Bildern muss es nicht mal ein ganzes Dokument sein. Sie können zum Beispiel auch einfach Ebenen oder Gruppen einer Illustrator-, Photoshop- oder InDesigndatei in eine Bibliothek ziehen und dadurch ein neues Bild- oder Grafikelement erstellen.

Im Endeffekt lassen sich die Bibliotheken mit Farbfeldern, Farbpaletten, Absatz- und Zeichenformaten auch als eine praktische Version eines Styleguide einsetzen.

Welche Optionen zur Freigabe und Zusammenarbeit gibt es für Creative Cloud Bibliotheken?

Link senden

Die Funktion Link senden steht für Bibliotheken, Dateien oder Ordner zur Verfügung und bietet zusätzliche Optionen zur Freigabe.

Über die Creative Cloud Webseite kann ich anderen Anwendern einen öffentlichen Link zu einer Creative Cloud Bibliothek schicken oder ich kann sie einladen gemeinsam an einer Bibliothek zu arbeiten bzw. darauf zuzugreifen. Verschicke ich einen öffentlichen Link, so können andere Anwender die Elemente sehen oder eine unabhängige Kopie meiner Bibliothek in ihrem Creative Cloud Konto speichern. Um die Dateien sehen zu können ist nicht mal eine Adobe ID notwendig.

Lade ich zur Zusammenarbeit ein, kann ich entscheiden, ob ein Anwender die vorhandenen Elemente global verändern und neue Elemente zur Bibliothek hinzufügen darf oder die Elemente nur anzeigen und verwenden kann. Aktualisierungen an meiner Bibliothek stehen dann gleich allen Anwendern die mit mir daran zusammenarbeiten zur Verfügung. Auch Mischformen der beiden Optionen sind denkbar. So können zwei Art-Direktoren die Elemente bearbeiten und erstellen und das ganze Designteam kann darauf nur zugreifen. Gleichzeitig kann einem externen Mitarbeiter ein Link zur Bibliothek geschickt werden und er kann dadurch alle Elemente in sein eigenen Creative Cloud Account kopieren.

Natürlich können auch einzelne Elemente zwischen verschiedenen Bibliotheken kopiert oder verschoben werden.

Was wird in dem Creative Cloud Dateien Service gespeichert?

Grundsätzlich lassen sich alle Dateiformate und Ordnerstrukturen dort ablegen. Es ist also nicht auf die Formate beschränkt, die sich mit den Creative Cloud Programmen erzeugen lassen. Wer möchte speichert dort auch Word und Excel Dokumente – obwohl diese sicher in Onedrive besser aufgehoben sind.

Creative Cloud Desktop App

Über die Creative Cloud Desktop App werden Dateien und Bibliotheken zwischen dem Cloud Dienst und meinem Computer synchronisiert.

Wie bei der Dropbox gibt es am Mac oder PC einen Ordner – nur in diesem Fall mit dem Namen „Creative Cloud Dateien“. Dateien und Unterordner werden über die Creative Cloud Desktop App direkt in den Cloud Account hochgeladen. Durch diesen Synchronisationsdienst stehen die Dateien natürlich auch noch lokal zur Verfügung, wenn der Computer offline ist. Das gleiche gilt auch für die Bibliotheken. Allerdings lässt sich im Gegensatz zu den Creative Cloud Dateien bei den Bibliotheken nicht der Speicherort für die Offline Elemente in der Creative Cloud Desktop App definieren.

Wie lassen sich Creative Cloud Dateien für andere Anwender freigeben?

Am einfachsten ist die Freigabe von ganzen Ordnern. Hierbei lässt sich festlegen, ob andere Anwender die Dateien bearbeiten dürfen oder nur anzeigen können. Genau wie bei Bibliotheken lässt sich auch ein öffentlicher Link auf einen Ordner oder eine Datei erstellen. Diese Ansicht ist dann für andere Anwender schreibgeschützt und man benötigt auch keine Adobe ID, um die Dateien im Browser anzusehen und herunterzuladen. Ob Anwender, die den Link kennen Dateien herunterladen dürfen oder das Dokument kommentieren können lässt sich in den erweiterten Optionen bei der Erstellung des öffentlichen Links definieren.

Für die Zusammenarbeit an einem Ordner oder an einem Dokument ist natürlich auf beiden Seiten eine Adobe ID notwendig. Es muss aber nicht unbedingt gleich ein Creative Cloud Abo sein, um Dateien zu kommentieren oder herunterzuladen. Für beides reicht die kostenlose Adobe ID aus.

Wie kommt man auf Smartphones und Tablets an die Creative Cloud Dateien und Bibliothekselemente heran?

Creative Cloud iPhone App

Die Creative Cloud App für Smartphones und Tablets ermöglicht den Upload, die Verwaltung und die Freigabe von Dokumenten.

Der Synchronisationsdienst für Dateien und Bibliotheken ist in die mobilen Adobe Apps bereits integriert. Als SDK lässt er sich übrigens auch in Apps von Drittanbietern integrieren. Für App Entwickler, die Apps für die Medienproduktion entwickeln sicher interessant.

Wenn man bereits mit einer anderen App etwas erstellt hat, kann man die Creative Cloud App verwenden, um Dokumente hochzuladen. Noch eleganter ist die Adobe Capture App. Mit Adobe Capture lassen sich auf einem iOS oder Android Gerät über die Kamera Formen, Farbpaletten, Pinselspitzen, Muster und Looks erzeugen, optimieren und in einer Bibliothek ablegen. Diese Elemente lassen sich dann umgehend in den Designprogrammen oder den Creative Cloud Apps verwenden.

Beispiel: unterwegs sehe ich ein interessantes Objekt, fotografiere es und erstelle daraus mit Adobe Capture eine Vektorform und ein Muster. Die Vektorform des Objekts kann ich direkt in einem Photoshop oder Illustrator Design platzieren und aus dem Muster erstelle ich in Photoshop einen Hintergrund.

Über den Creative Cloud Dateien Service lassen sich Dokumente direkt in den mobilen Apps platzieren. In Photoshop oder Illustrator wird eine Bildmontage, eine Infografik oder ein Logo einfach nur in den Creative Cloud Dateien Ordner gespeichert und die Datei steht nach einem kurzen Moment in der Layout App Adobe Comp zur Verfügung, um sie dort in einen leeren Rahmen zu platzieren.

Alle Kreationen, die mit den mobilen Apps erstellt werden lassen sich auch an die Desktop Programme senden, um dort das Finetuning vorzunehmen. Dafür steht in den Apps eine Freigabe Funktion zur Verfügung, die über die Creative Cloud Desktop App automatisch das gewählte Programm am Computer startet und dort das Dokument öffnet. Verwendete Typekit Schriften werden natürlich ebenfalls auf allen Computern und den mobilen Adobe Apps synchronisiert, sodass sich der geplagte Gestalter nicht noch mit Font-Management herumschlagen muss.

Welche Programme verfügen bereits über Creative Cloud Bibliotheken und wie lassen sich diese verwenden?

Aktuell finden Sie die Bibliotheken-Fenster in Photoshop, Illustrator, InDesign, Premiere Pro, After Effects, Muse, Dreamweaver und Animate (vormals Flash Professional).
Auf Seiten der mobilen Apps werden Bibliotheken in Adobe Capture, Adobe Comp, Illustrator Draw, Photoshop Sketch, Premiere Clip und den Adobe Spark Apps unterstützt.
Sie können eine Bibliothek auch im Browser anzeigen und erhalten sie eine praktische Übersicht über alle darin enthaltenen Elemente.

In der Creative Cloud Desktop App finden Sie im Tab Elemente unter Market tausende Designelemente, die Sie in eine Ihrer Bibliotheken laden können und dann ohne weitere Lizenzierung in Ihren Dokumenten nutzen dürfen. Dazu zählen Muster, Pinselspitzen, UI Designs, Platzierungsvorlagen, Vektorclips und Symbole, die alle von anderen Designern für Creative Cloud Kunden erstellt worden sind. Über die Creative Cloud Desktop App lassen sich diese Elemente ganz einfach zu einer Bibliothek hinzufügen.

Absatz- und Zeichenformate: Ein Zeichenformat kann zum Beispiel in Photoshop CC zu einer Bibliothek hinzugefügt werden, indem man die Textebene auswählt und dann in der Bibliothek auf die Schaltfläche „Zeichenformat hinzufügen“ klickt. Illustrator CC und InDesign CC können zusätzlich zu den Zeichenformaten noch Absatzformate in einer Bibliothek speichern. Das geht sogar direkt aus den Dialogfeldern beim erstellen neuer Textformate. Endlich sind Textformate damit zwischen den Programmen austauschbar – zumindest in den im Programm zur Verfügung stehenden Funktion. Verwendete man in InDesign beispielsweise eine Absatzschattierung oder einen GREP Stil, so kann diese Funktion nicht in Illustrator verwendet werden. Die wichtigsten Eigenschaften über die Schriftart, Stil, Größe und Farbe werden aber in jedem Fall zwischen Photoshop, InDesign und Illustrator ausgetauscht. Aktuell ist das einzige Manko, dass sich in Photoshop und Adobe Comp nur Zeichenformate aus der Bibliothek verwenden lassen.

Farben und Farbpaletten: Farbpaletten bestehend aus jeweils fünf Farbfeldern lassen sich in Adobe Capture oder in InDesign CC erstellen. In Capture wird dafür die Kamera des mobilen Geräts genutzt, während in InDesign CC ein neues Farbeinstellungen-Werkzeug zur Verfügung steht. Die Farbpaletten lassen sich auch im Browser über den Adobe Color Dienst bearbeiten. Dort stehen auch praktische Werkzeuge für die Erstellung von Farbdesigns zur Verfügung. In Illustrator können Farbgruppen bestehend aus einem bis fünf Farbfelder als Farbpalette in die Bibliothek gespeichert werden.

Farbpaletten und Farbfelder lassen sich dann in allen Anwendungen wieder verwenden, wobei die Farbräume RGB und CMYK je nach Zieldokument in Photoshop und Illustrator automatisch konvertiert werden. Da InDesign beide Farbräume in einem Dokument verwenden kann, findet bei der Anwendung auch keine Konvertierung statt. Farbfelder und Farbpaletten lassen sich mit einem Rechtsklick auch einfach zu den Dokumentfarbfeldern hinzufügen.

Praktisch ist auch der Umgang von Dreamweaver mit den Farbfeldern: klickt man eines in der Bibliothek an, wird der Hexfarbcode – bzw. mit einem Rechtsklick auch der RGB Farbcode – direkt in die Zwischenablage kopiert.
Adobe Animate CC kann zwar auf Farbfelder und Farbpaletten zugreifen, erstellt selbst aber lediglich Farbfelder.

Etwas umständlicher sind Premiere Pro und After Effects. Dort muss man erst die Pipette auswählen und klickt damit dann auf das Farbfeld. Volltonfarben, wie Pantone oder HKS Farben, lassen sich noch nicht in einer Bibliothek speichern.

Mit der Smartphone App Adobe Capture lassen sich Muster für Designhintergründe oder Farbpaletten, Formen, Pinselspitzen und Looks erstellen.

Mit der Smartphone App Adobe Capture lassen sich Muster für Designhintergründe oder Farbpaletten, Formen, Pinselspitzen und Looks erstellen.

Muster: Muster können in Adobe Capture erstellt werden, indem man ein Bild fotografiert und dann eine der Musterregeln anwendet. Danach kann der Musterausschnitt noch definiert werden. Aktuell können die Muster nur in Photoshop verwendet werden und erstellen dort dann eine neue Musterfüllungsebene in der das Muster noch skaliert werden kann. Mehrere Musterfüllebenen in Kombination mit Masken und Ebenenmodi können sehr spannende Hintergründe oder Strukturen ergeben.

Looks: Genau wie Muster werden Looks mit der Kamera in Adobe Capture erstellt. Dabei kann man dem Bild einen Look bzw. eine Farbrichtung entnehmen, die man dann auf andere Dokumente anwenden kann. Im Falle von Photoshop wird dafür eine Color Lookup Einstellungsebene erstellt. In Premiere Pro wird der Lumetri-Farbe Filter angewendet und lädt den erstellten Lookup Table während After Effects über einen eigenen Filter namens Farb-LUT anwenden verfügt.

Pinselspitzen: Pinselspitzen für Photoshop, Illustrator, InDesign und Animate lassen sich in Adobe Capture erstellen. Da die Pinsel in den Programmen teilweise unterschiedlich funktionieren, muss man schon in Adobe Capture definieren für welche Programme die Pinselspitze generiert werden soll. Neben den genannten Desktop Programmen lassen sich die Pinselspitzen auch in Photoshop Sketch auf einem Smartphone oder Tablet verwenden.

Formen: Ein weiteres Element, dass mit Adobe Capture erstellt wird sind Formen. Dabei wird ein Foto vektorisiert und dann als schwarz-weiß Grafik in der Bibliothek gespeichert. Die Grafik lässt sich dann zum Beispiel in Illustrator kolorieren oder in Adobe Draw in eine Illustration stempeln.

Bild und Grafikelemente: In Illustrator, Photoshop oder InDesign lassen sich beliebige Ebenen, Gruppen oder Pfad- oder Pixelelemente per Drag und Drop in eine Bibliothek ziehen. Diese Elemente können dann in den Desktop Programmen und in vielen Apps innerhalb von Projekten oder Dokumenten wiederverwendet werden. In Photoshop, Illustrator oder InDesign werden diese Elemente direkt mit der Creative Cloud Bibliothek verknüpft. After Effects und Premiere Pro erstellen eine lokale Kopie der Datei, die aber aktualisiert wird, wenn das ursprüngliche Element in der Bibliothek geändert wird. Bei Premiere Pro lässt sich in den Projekteinstellungen definieren, wo die Bibliotheksobjekte gespeichert werden und sie können daher auch in der Projektstruktur bleiben. Bei After Effects wird ein Standardverzeichnis verwendet, dass im Benutzerordner liegt, daher ist es am Ende ratsam, das Projekt noch mal zu sammeln.

Adobe Stock: Adobe Stock – ehemals Fotolia – bietet Millionen Bilder, Grafiken und Videos. Die Bibliotheken-Fenster bieten eine direkte Suche innerhalb von Adobe Stock und verweisen auf weitere Möglichkeiten im Browser. Von dort aus gibt es sehr gute Funktionen, um die Suche zu verfeinern und passende Ergebnisse dann direkt in eine Bibliothek zu laden oder direkt in Photoshop, Illustrator, InDesign, After Effects und Premiere Pro zu platzieren. In der Bibliothek wird auch angezeigt, ob das Asset bereits lizensiert wurde und wenn nicht kann auch dieser Vorgang direkt über die Bibliothek durchgeführt werden. Das Wasserzeichen auf dem niedrig aufgelösten Vorschaubild wird dadurch umgehend entfernt und das Asset wird durch die hochauflösende Variante ersetzt.

Wie können Bibliothekselemente bearbeitet werden?

Bei Grafik oder Bildebenen sieht man den jeweiligen Dateityp am besten in der Listenansicht des Bibliothekenfensters. Mit einem Rechtsklick kann die Bearbeiten Funktion aufgerufen werden und das Original Bibliothekselement wird in der jeweiligen Anwendung geöffnet. Dort kann ich dann Änderungen vornehmen und durch normales speichern das Bibliothekselement aktualisieren. Sollte das Element in anderen Adobe Programmen verwendet worden sein, so wird es in den jeweiligen Projekten bzw. Dokumenten aktualisiert, da Bibliothekselemente grundsätzlich mit der Bibliothek verknüpft bleiben. Wenn ich ein Element aus einer Bibliothek in einem Dokument verwenden möchte, ohne dass dieses verknüpft wird, dann muss ich beim herausziehen aus der Bibliothek die Alt- bzw. Wahltaste drücken. So bleiben die Elemente unverändert, wenn das Original-Bibliothekselement geändert wird.

Welche Funktionen stellt der Creative Cloud Dateien Dienst bereit?

Neben der schon beschriebenen Freigabe von Dateien werden bei Änderungen automatisch Versionen erstellt, lassen sich Kommentare hinzufügen und automatisch alternative Dateiformate herunterladen.

Die automatische Konvertierung ist für mich eines der Highlights: wenn ich zum Beispiel für einen Kunden ein Designdokument erstelle, dann speichere ich es im Originalformat in meinem Creative Cloud Dateien Ordner. Im Browser oder aus der Creative Cloud App schicke ich meinem Kunden einen öffentlichen Link. Dieser braucht nicht mal mehr einen Creative Cloud Account und kann dem Dokument trotzdem Kommentare hinzufügen oder es in einem gewünschten Format herunterladen. Da mein Kunde keine InDesign, Illustrator oder Photoshop Dokumente öffnen kann, bietet die Creative Cloud ihm wahlweise einen Download als PDF, JPG, PNG oder SVG an. Über sein Feedback werde ich natürlich benachrichtigt, öffne und ändere das Originaldokument, speichere meine Datei und diese werden als neue Version in die Creative Cloud hochgeladen. Mein Kunde kann sich umgehend die Aktualisierung im Browser ansehen und gewünschte Dateiformate herunterladen.

Die Zwischenversionen bleiben bis zu 30 Tage in meinem Account, sodass ich über den Browser jederzeit zu einer älteren Version zurückkehren kann. Danach werden ältere Versionen automatisch gelöscht und nur die letzte gespeicherte Datei bleibt bis zur Archivierung erhalten.

Eine Archivierung findet statt, wenn ich das Dokument in meinem Creative Cloud Dateien Ordner lösche oder wenn ich das Dokument über die Webseite archiviere. Archivierte Dateien werden immer noch gegen mein Onlinespeicherlimit gerechnet, sodass ich das Archiv von Zeit zu Zeit leeren sollte.

Adobe Comp auf dem iPad

Ein Layout aus Adobe Comp lässt sich direkt an InDesign, Photoshop, Illustrator oder Muse senden, wobei das jeweilige Programm sogar automatisch am Computer gestartet wird.

Mehr oder weniger unsichtbar werkelt der Creative Cloud Dienst auch bei der Arbeit mit Tablet Apps im Hintergrund. In Photoshop Mix finden zum Beispiel Bearbeitungsprozesse, wie Upright, Verwacklungen reduzieren oder inhaltsbewahrende Füllen über einen Upload der Bilddaten in die Creative Cloud statt. Außerdem lassen sich darüber auch Objekte zwischen mehreren Apps austauschen. Möchte ich ein Bild, dass ich Adobe Comp platziert habe bearbeiten, so schicke ich es für Retusche an Photoshop Fix oder zum Ausschneiden an Photoshop Mix. Generell speichern alle Tablet und Smartphone Apps die Dokumente zusätzlich in der Creative Cloud App ab.

Auch für das senden von Projektdaten aus Premiere Clip an Premiere Pro werden alle Mediendateien über den Creative Cloud Dienst synchronisiert.
Möchte ich Präsentationen in Spark Page oder Spark Video erstellen oder Social Media Banner in Spark Post gestalten, so kann ich ebenfalls auf Dokumente aus meinen Creative Cloud Dateien zugreifen.

Freigabe auf Slack und Behance

Slack ist eigentlich eine Chat-Anwendung, ist aber sehr auf die Zusammenarbeit bei Kreativprojekten optimiert. Praktisch ist, dass ich der Creative Cloud eine Slack-Authorisierung geben kann und dann direkt über den Browser Dokumente einem Slack Kanal hinzufügen kann.
Ebenso lassen sich Creative Cloud Dateien aus Behance heraus aufrufen, sodass ich diese meinen Projekten oder meinem Portfolio hinzufügen kann.

Document Cloud und Lightroom Fotos

Neben den Bibliotheken und den Creative Cloud Dateien gibt es noch zwei weitere Cloud, die ich zumindest erwähnen möchte: Die Document Cloud bietet Services rund im Acrobat DC und PDF Dokumente. Dazu zählen nicht nur die Erstellung von PDF Dateien über einen Browser, sondern auch der Export von PDF Dokumenten in verschiedene Formate und die Möglichkeiten Dateien zu kombinieren, zu unterschreiben, Formulare auszufüllen, Seiten zu organisieren oder Dokumente zu versenden.

Adobe Document Cloud

Die Adobe Document Cloud bietet die Möglichkeit im Browser PDF Dateien zu erstellen, anzuzeigen, zu exportieren, Seiten zu organisieren und Formulare auszufüllen.

Lightroom Fotos ermöglicht es mir Fotos aus einem Lightroom Katalog zu synchronisieren. Diese können dann auf den Lightroom Mobile Apps und im Browser angezeigt, präsentiert und bearbeitet werden. Die Lightroom Fotos sind auch in einigen der mobilen Apps zum platzieren verfügbar.

Lightroom Fotos

Der Lightroom Foto Dienst erlaubt die Farbkorrektur von synchronisierten RAW Dateien direkt im Browser. Alle Änderungen werden automatisch mit dem Lightroom Katalog synchronisiert.

Die Lightroom Dienste sind bereits Bestandteil eines Foto Abos der Creative Cloud:

Creative Cloud für Unternehmen

Die Creative Cloud Services gibt es auch für Unternehmen mit einem Enterprise Vertrag optional als sogenannte Managed Services. Diese verfügen über weitere Optionen, darunter dem anlegen verschiedener Synchronisationsstellen und einer Timeline für die Ansicht verschiedener Dateiversionen. Unternehmen haben damit etwas mehr Kontrolle darüber in welchen Datencentern der Enterprise Storage für die Creative Cloud Unternehmensdaten gespeichert wird. Der große Vorteil bei der Enterprise Cloud ist auch, dass Unternehmen statt der Adobe ID eine Enterprise ID oder eine Federated ID mit Single Sign On einsetzen können. Zum einen kann dann das Unternehmen die IDs selbst verwalten und ist damit auch Inhaber der Daten, die in der Cloud gespeichert werden. Bei der Creative Cloud für Teams und für Einzelanwender ist der Anwender, dem die Adobe ID gehört auch Inhaber der Daten. Das kann für das Unternehmen unter Umständen zu rechtlichen Schwierigkeiten führen – insbesondere wenn der Mitarbeiter das Unternehmen mal verlässt. In dem Fall hat das Unternehmen dann keine Möglichkeit mehr an die in der Creative Cloud gespeicherten Daten heranzukommen. Bei einer Enterprise ID bzw. einer Federated ID fällt die ID wieder zurück an das Unternehmen und die IT-Abteilung hat Zugriff auf die Daten in der Cloud. Außerdem kann das Unternehmen auf Wunsch einen eigenen Sicherheitsschlüssel für die Verschlüsselung der Creative Cloud Daten generieren. Durch deaktivieren dieses Schlüssels, hat im Zweifelsfall niemand mehr Zugriff auf die verschlüsselten Dateien.

Bei kleineren Unternehmen reicht vielleicht schon die Creative Cloud für Teams. Dort haben Team-Mitglieder statt 20GB bis zu 100GB Speicher. Außerdem kann der Team Administrator die Desktop Programme auch ohne die Creative Cloud Desktop App installieren, sodass die Cloud Synchronisationsdienste im Unternehmen nicht verfügbar sind.

Fazit

Obwohl die Cloud Dienste noch sehr neu sind, ist es doch schon recht umfangreich und hat auf jeden Fall das Potential die Publishing Prozesse stark zu beeinflussen und vor allem zu vereinfachen.
Ich denke dabei auch immer an Neueinsteiger, für die Dateiformate und Konvertierungsprozesse bei Mediendateien mittlerweile eine echte Hürde darstellen. Je mehr die Cloud Dienste den Anwender dabei unterstützen umso besser kann man sich auf die eigentliche kreative Arbeit konzentrieren. Inwieweit Cloud Dienste in einem Unternehmen eingesetzt werden dürfen ist natürlich sehr unterschiedlich. Alle Synchronisationsdienste lassen sich natürlich auch über die Creative Cloud Desktop App deaktivieren. So können Sie weiterhin die Desktop Programme ohne Cloud Funktionen nutzen – aber ob es auch noch so viel Spaß machen wird?

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