Unterschiede zwischen Lightroom 6 und Lightroom CC im Foto Abo

Lightroom CC 2015 im Foto Abo

Für Fotografen gibt es von Adobe seit einiger Zeit ein Foto Abo bestehend aus Lightroom CC 2015, Photoshop CC 2017 und zahlreichen weiteren Apps und Services. Bei monatlichen Abogebühren von 11,89 € kommt man schnell ins Grübeln, ob sich das lohnt. Was bietet das Foto Abo denn nun an Mehrwert gegenüber der gekauften Version von Lightroom 6 und wie funktioniert es mit dem Abo überhaupt?

Zunächst erstmal ein paar generelle Infos zu dem Foto Abo. Statt einer Box und einer Seriennummer werden die Programme über die Creative Cloud Desktop App installiert. Bestandteil des Abos sind die Vollversionen von Lightroom CC 2015 und Photoshop CC 2017. Um die Programme abonnieren zu können, benötigen Sie eine Adobe ID, die Sie auf der Adobe Webseite registrieren. Mit dieser ID meldet man sich in der Creative Cloud App an und kann dann die Programme herunterladen und installieren. Auf bis zu zwei Computern – Mac und Windows – können Sie die Programme nutzen. Und wenn Sie einen weiteren Computer verwenden möchten, müssen Sie sich erst von einem der beiden anderen abmelden. Soweit ganz einfach. Die Adobe ID dient auch der Anmeldungen in den zahlreichen Smartphone und Tablet Apps, die im Foto Abo enthalten sind.

Lightroom 6 vs. Lightroom CC 2015

Aktuell ist der Unterschied an Funktionen innerhalb von Lightroom 6 und CC 2015 noch gar nicht so groß. Es gibt einen sehr schönen Filter zum entfernen von Dunst in Landschaftsaufnahmen und eine Verbesserung beim begradigen von Fotos: der sogenannten Upright Funktion. Außerdem lassen sich Randverkrümmungen von Panorama-Aufnahmen automatisch korrigieren. Praktisch ist auch das Arbeiten in der Referenzansicht und die Anpassung von Schwarz- und Weißwerten bei lokalen Korrekturen. Aber Adobe wird sicher regelmäßig weitere Updates von Lightroom herausbringen und die sind dann automatisch für die 11,89 € im Foto Abo enthalten. Aber erstmal die verbesserten Funktionen im Überblick:

Entfernen von Dunst in Aufnahmen und verwenden der Referenzansicht

Dunst in Lightroom CC entfernen

Landschaftsbilder lassen sich mit dem Regler Dunst entfernen sehr einfach verbessern. Besonders praktisch ist dabei die Bearbeitung in der Referenzansicht, bei der sich gleichzeitig eine Vorher/Nachher Version einblenden lässt.

Bei diesigen oder nebligen Landschaftsaufnahmen ist der Dunst entfernen Effekt in Lightroom CC 2015 sehr praktisch und liefert schnell gute Ergebnisse. Dunst entfernen ist auch als lokale Korrektur im Verlaufs- und Radial-Filter sowie im Korrekturpinsel verfügbar. Eine Anleitung mit Beispieldateien zum ausprobieren finden Sie hier. Und im Artikel „Arbeiten mit dem Entwicklungsmodul“ finden Sie auch ein übersichtliches Kapitel zur Verwendung der Referenzansicht.

Weiß- und Schwarzregler in lokalen Korrekturen

Weiß- und Schwarzregler finden Sie in Lightroom CC auch bei den lokalen Korrekturen – also beim Korrekturpinsel, sowie dem Verlaufs- und Radialfilter. Das finde ich sehr praktisch, wenn es im Bild zum Beispiel sehr helle Lampen gibt, die ich selektiv über den Weißregler abdunkeln möchte.

Verbesserung der Upright Funktion

Upright mit Hilfslinien in Lightroom CC 2015

Die Hilfslinien Funktion im Transformieren Modul von Lightroom CC 2015 bietet präzise manuelle Korrekturen

Die Upright Funktion wurde in Lightroom 5 unter den Objektivkorrekturen eingeführt und ermöglicht es sehr schnell Bilder zu begradigen. In Lightroom CC bekommt diese Funktion unter der Kategorie Transformieren eine Funktion mit der man Hilfslinien für eine sehr präzise Anpassung der Upright Funktion vornehmen kann. Eine gute Anleitung finden Sie im Artikel Korrigieren verzerrter Perspektiven auf Fotos mithilfe von „Upright“.

Randverkrümmungsoption bei der Panorama Erstellung

Mit einem Rechtsklick auf mehrere ausgewählte Bilder lässt sich unter „Zusammenfügen von Fotos > Panorama“ das Panorama Modul in Lightroom öffnen. Die Bilder werden entweder kugelförmig, zylindrisch oder perspektivisch zusammengerechnet, wobei an den Rändern natürlich weiße Flächen entstehen. Um diese weißen Ränder zu entfernen gibt es drei Optionen:

  1. einfach das Bild zuschneiden (wobei auch Bildelemente entfernt werden, die man vielleicht noch haben möchte. Lightroom bietet dafür die Option „Automatisches Freistellen“ an.
  2. Mit der Randverkrümmungsoption in Lightroom CC 2015 die Ränder so transformieren, dass weniger Weißflächen entstehen und erst danach das Bild Freistellen.
  3. In Photoshop CC 2017 die Funktionen zur Inhaltsbasierten Füllung verwenden und damit neue Bildinhalte generieren.
Panorama Erstellung mit Lightroom CC

Mit der Randverkrümmungsoption müssen beim Freistellen weniger Bildelemente abgeschnitten werden.

In der Adobe Online Hilfe finden Sie einen guten Artikel zur Erstellung von Panoramen.

Welche zusätzlichen Tools und Services bietet das Foto Abo?

Wie schon erwähnt ist neben Adobe Photoshop Lightroom CC 2015 auch Adobe Photoshop CC 2017 Bestandteil des Foto Abos. Soll ich wirklich etwas über Photoshop schreiben? Vielleicht so viel: Photoshop ergänzt die Korrekturfunktionen von Lightroom um zahlreiche Retuschewerkzeuge, Ebenenmontage, Freisteller, Designfunktionen und vieles mehr. Wenn Sie ein Bild aus Ihrem Lightroom Katalog in Photoshop bearbeiten wollen, dann geht das einfach über einen Rechtsklick „Bearbeiten in > In Adobe Photoshop CC 2017 bearbeiten…„. Sie wählen dann aus, ob Sie das Original oder eine Kopie in Photoshop bearbeiten wollen.

Tipp: In den Lightroom Voreinstellungen unter Externe Bearbeitung sollten Sie vorher einmalig festlegen in welchem Dateiformat der Austausch zwischen den beiden Programmen stattfinden soll. Zur Auswahl steht das PSD oder das TIFF Format in 8 oder 16 Bit Farbtiefe und mit den Farbprofilen ProPhoto RGB, Adobe RGB, sRGB oder Display P3.

Wenn Sie das Bild dann fertig bearbeitet haben, brauchen Sie es nur noch zu speichern und es wird automatisch mit dem Original zu einem Stapel gruppiert.

Mobile Apps und Services im Foto Abo

Im Foto Abo sind sieben Apps für Tablets und Smartphones enthalten.

Lightroom Sammlungen synchronisieren

Synchronisierung von Sammlungen im Lightroom Katalog mit den Apps und Services

Das spannende daran ist, dass Sie ausgewählte Sammlungen zwischen Ihrem Lightroom Katalog und den mobilen Apps und Services sehr einfach synchronisieren können. Erstellen Sie dafür einfach eine neue Sammlung, melden Sie sich mit Ihrer Adobe ID in Lightroom an und aktivieren Sie das kleine Häkchen links neben dem Namen der Sammlung. Lightroom wird nun automatisch sogenannte Smart-Previews generieren und auf den Adobe Foto Service hochladen. Die hochgeladenen Bilder können Sie umgehend im Browser oder in den weiter unten beschriebenen Apps bearbeiten und präsentieren.

Um die Bilder im Browser zu bearbeiten oder freizugeben, melden Sie sich auf der Adobe Webseite mit Ihrer ID an und wählen Sie den Menüpunkt Fotos aus. Sie sehen jetzt alle synchronisierten Sammlungen und können diese auch als Webgallerie oder Diashow freigeben.

Lightroom Fotos im Browser bearbeiten

Foto-Sammlungen aus dem Lightroom Katalog lassen sich im Browser bearbeiten, präsentieren oder teilen.

Im Browser haben Sie auch Bearbeitungsfunktionen. Dabei werden alle Änderungen automatisch in Ihrem Lightroom Katalog übernommen – lassen sich dort aber natürlich auch zurücksetzen.

Neben dem Lightroom Fotoservices ist auch Adobe Portfolio Bestandteil des Abos. Unter https://www.myportfolio.com/ erstellen Sie sehr schnell auf Basis von einfach anzupassenden Vorgaben Ihren eigenen Internetauftritt, auf dem Sie Ihre Bilder präsentieren können. Schauen Sie sich doch mal ein paar Beispiele für Portfoliowebseiten an.

Alle mobilen Apps detailliert zu beschreiben würde den Rahmen dieses Artikels ziemlich sprengen. Dennoch ein kleiner Überblick:

  • Adobe Lightroom mobile: Nehmen Sie unterwegs Fotos mit Ihrem Smartphone auf. Diese Bilder werden automatisch in Ihren Lightroom Katalog geladen. Mit Lightroom Mobile können Sie Fotos in synchronisierten Sammlungen auf Ihrem Tablet bearbeiten oder präsentieren. Alle Änderungen werden automatisch mit Ihrem Lightroom Katalog synchronisiert.
  • Adobe Photoshop Fix: Mit Photoshop Fix können Sie Bilder auf Ihrem Gerät bearbeiten und retuschieren.
  • Adobe Photoshop Mix: Mit Photoshop Mix können Sie Bilder freistellen und Montagen erstellen. Die Ergebnisse lassen sich direkt in Photoshop CC weiter bearbeiten.
  • Adobe Spark Page: Mit Spark Page erstellen Sie auf Basis von Templates aus Ihren Lightroom Fotos eine interaktive scrollbare Webseite mit zahlreichen Effekten und Modulen.
  • Adobe Spark Post: Spark Post generiert automatisch Banner für verschiedene Social Media Bildgrößen und stellt dafür zahlreiche Designfunktionen zur Verfügung.
  • Adobe Spark Video: Spark Video erstellt kurze animierte Videoclips auf Basis von Vorlagen und Stories, die Sie anpassen können. Fügen Sie Musik und Sprachaufnahmen hinzu und exportieren Sie den Clip für unterschiedliche Anwendungen.
  • Adobe Premiere Clip: Mit Premiere Clip können Sie Videos schneiden oder Ihre Lightroom Fotos zu einer Diashow mit Musik zusammenstellen.

Fazit:

Wenn Sie mit Lightroom 6 zufrieden sind, dann bleiben Sie erstmal dabei, denn die Unterschiede zwischen Lightroom 6 und CC 2015 sind nicht so umfangreich. Wenn Sie gerne auch Photoshop einsetzen würden, dann gibt es keinen günstigeren Weg als das Foto Abo. Außerdem erhalten Sie noch eine ganze Menge zusätzlicher Services dazu, die die Fotobearbeitung und Bereitstellung sehr bequem machen können.

Das Foto Abo für 11,89 € im Monat können Sie über die Fotografie Webseite von Adobe bestellen oder erstmal sieben Tage kostenlos testen. Das Abo läuft jeweils für ein Jahr und danach können Sie es dann verlängern, wenn es Ihnen gefällt. Im Artikel „Überblick über neue Funktionen“ erhalten Sie eine gute Übersicht über alles, was sich in Lightroom 6, Lightroom CC und Lightroom mobile geändert hat.

Wenn Sie auch an den anderen Programmen von Adobe interessiert sind, dann lohnt mal ein Blick auf die Creative Cloud. Dort sind neben Photoshop und Lightroom 18 weitere Programme für Publishing, Webdesign und Videoproduktion enthalten.

6 Gedanken zu „Unterschiede zwischen Lightroom 6 und Lightroom CC im Foto Abo

  1. Guten Tag, Herr Brencher!
    Können Sie mir sagen, ob ich die 7 Tage Testversion wieder deinstallieren muss um die Abo-Version zu nutzen?
    Ich habe vor wenigen Tagen das Foto-Abo abgeschlossen nutze aber noch die Testversion wie es auch noch in der Creative Cloud steht. In meinen Account steht, dass ich beide Versionen (Lightroom CC und PS CC) herunterladen kann.
    MFG Ingo P.

    • Hallo Ingo,
      Sie brauchen das nicht zu deinstallieren, da die Testversion und die Vollversion das gleiche Programm sind. Die Testversion lässt sich einfach nach sieben Tagen nicht mehr starten. Es erscheint stattdessen dann ein Dialog, wo Sie Ihre Adobe ID eingeben können und danach starten die Programme dann wieder ganz normal. Wenn das nicht klappen sollte (so einen Fall hatte ich neulich), dann nehmen Sie Kontakt mit dem Adobe Support auf, die Ihre ID dann überprüfen können. Am einfachsten ist das via Chat-Support unter https://creative.adobe.com/plans (jeweils werktags von 9-17 Uhr).
      Viele Grüße
      Sven

  2. Hallo Sven, danke für die schnelle Antwort. Es war für mich ein wenig verwirrend, in der Creative Cloud steht noch Testversion (10. Tag) und im Account war davon nichts zu lesen.
    Gruß Ingo

  3. Sehr geehrter Herr Brencher,

    denken Sie es zahlt sich im Jahr 2017 noch aus Lightroom 6 zu kaufen?
    Ich brauche Photoshop CC nicht, da die CS6 Version für mich vollkommen ausreicht.

    Vielen Dank im Voraus, und Grüße aus Österreich.

    MfG Dominik Z.

    • Hallo Dominik,
      schwer zu beantworten: für den Preis von Lightroom 6 können Sie ja Lightroom CC ein Jahr mieten. Es wäre die Frage, welche Funktionen Lightroom CC dann in den nächsten 12 Monaten dazu bekommt und ob Sie sich danach dann doch für die Mietversion entscheiden oder die 6er Version noch länger verwenden.
      Ich verwende auch wirklich gerne die Services, die in Lightroom CC enthalten sind. Da ich die Adobe Tools beruflich einsetze, möchte ich die Programme gerne auch immer auf dem neuesten Stand haben. Das sind zumindest meine Überlegungen bei sowas.
      Viele Grüße
      Sven

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.