Sven Brencher

Medien Consulting und Services Weblog

Seit heute findet man in den Adobe Labs die CS4 Versionen von Dreamweaver, Fireworks und Soundbooth. Adobe möchte schon sehr früh Feedback der Anwender zu den neuen Programmen sammeln und es lohnt sich schon mal reinzuschauen.


Flashforum Konferenz 2008

Posted by: Sven Brencher in VortragKonferenzFlexFlash on

Zwei Interessant Tage voller Vorträge rund um Flash und Flex sind durchgestanden. Die beiden Workshoptage vorher und hinterher habe ich zwar ausgelassen und den größten Teil der Zeit am Adobe Stand verbracht, aber trotzdem hat es wieder Spaß gemacht. Da ich den letzten Vortrag am Freitagnachmittag hatte, komme ich auch erst jetzt dazu meine Slides zu veröffentlichen.


Flex Komponenten SkinningSkinning für Flex Komponenten

Nach dem ich die letzten beiden Jahre auf der Flashforum Konferenz nur Vorträge zu Flashvideo und Production Premium gehalten habe, war es mal ganz erfrischend etwas völlig anderes zu zeigen. Der Vortrag hat gezeigt, wie man mit den Creative Suite 3 Anwendungen Flash, Illustrator, Fireworks und Photoshop die Flex Komponenten gestalten kann.

Sicherlich sind die bestehenden Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Gestaltern und Entwickler noch lange nicht ausgeschöpft, aber es ist mal ein Anfang, den Adobe mit den Skinning Extensions gemacht hat.

Wer sich mehr für das Thema interessiert, dem habe ich hier neben meiner Präsentation auch ein paar Links zusammengestellt:


Heute ist mein dritter Tag auf der FMX. Bereits zum 13. mal findet die internationale Konferenz für Animation, Visual Effects und Digitale Medien in Stuttgart statt. An den ersten beiden Tagen hatte ich jeweils einen Vortrag zu Production Premium und Flash Video. Beide Vorträge wurden von dem Magazin Imagine mitgeschnitten und stehen in voller Länge als Vodcast zur Verfügung.


Heute hatte ich einen tollen Vortrag auf der FMX in Stuttgart. Seit der Summerschool hatte ich schon nicht mehr das Vergnügen Production Premium zu zeigen und daher hat es umso mehr Spaß gemacht, dass der Saal auch richtig voll war. Danke auch den Besuchern für das nette Feedback. Eigentlich wollte ich aber auf die neuen CS3 Onlinetrainings hinweisen, die ich für Video2Brain zusammengestellt habe.

CS3 Print OnlinetrainingSo richtig brandneu ist diese Nachricht zwar nicht, aber ich habe es bisher nicht geschafft darüber zu berichten. Ursprünglich waren drei verschiedene Trainings geplant: Web, Print und Videoworkflows mit der CS3. Letzteres haben wir dann aber aufgegeben, da eigentlich schon alle Themen in der Production Premium DVD zu finden waren. Umso mehr Zeit blieb mir für die Web- und Printworkflow Trainings. Der Schwerpunkt liegt hier nicht auf den neuen Features der CS3 Programme, sondern mehr auf dem Zusammenspiel der Applikationen.

Bereits zu CS1 Zeiten habe ich eine solche DVD aufgenommen, aber es war damals wohl noch zu früh. Nachdem wir eine solche Integrations DVD zu CS2 dann ausgelassen hatten, kam doch immer mehr die Nachfrage danach. Anscheinend wurde langsam auch Integration innerhalb der Applikationen als Feature wahrgenommen :-)

CS3 Web OnlinetrainingZu CS3 haben wir uns dieses mal dann entschieden die Trainings als reine Online Seminare herauszubringen. Zwar sind wir damit nun nicht gleich zum Start der Creative Suite herausgekommen, aber so war es möglich auch viel Erfahrung aus knapp 12 Monaten CS3 mit einzubringen (und 12 Monate sind im digitalen Zeitalter ja schon fast eine Ewigkeit).

Alle Infos und Inhalte sind sehr übersichtlich auf der Video2Brain Webseite dargestellt:

Nachdem ich nun auch bald die eher Visual Effects lastige FMX hinter mir habe steht - trotzdem bin ich gespannt auf meinen Flash Vortrag Morgen - freue ich mich schon auf die Flashforumkonferenz in zwei Wochen. Und damit mir zwischendrin nicht langweilig wird, habe ich noch Photoshop Trainings beim NDR in Hamburg (endlich mal wieder Heimspiel) und ein Indesign Training für Reinzeichner einer Werbeagentur (auch in Hamburg und so kann ich die nächste Woche dann jeden Abend mit meiner Familie verbringen!).


“Nichts von dem was Sie hier sehen ist zwangsläufig in zukünftigen Photoshop Versionen”. Ungefähr so begann der Vortrag von David Story in dem er einen Überblick gegeben hat an welchen Ideen und Technologien bei Adobe geforscht und entwickelt wird. Selten hat mir ein Vortrag so viel Spaß gemacht, wie dieser am letzten Dienstag im Hamburger Adobe Büro an der Elbe.

Zum ersten Mal wird gezeigt an was in den Adobe Labs geforscht wird. Ideen und Studien, wie die Bildbearbeitung in einigen Jahren funktionieren könnte. Manchmal denkt man schon, dass keine Notwendigkeit für höhere Bildauflösungen besteht oder dass es eigentlich keine interessanten Funktionen mehr für Bildbearbeitungssoftware geben kann. Es ist ja schon alles drin, was man braucht und für die meisten Anwender eh schon zu viel.

David begann seinen Vortrag damit, dass man sich bei Adobe das Ziel gesetzt hat den Bildbearbeitungsprogrammen die Intelligenz eines zweijährigen Kindes beibringen will. Was bedeutet das? Ich stelle mir vor, dass ich 12.000 Bilder habe und einen Sonnenuntergang suche. Derzeit kann ich nach Texten in den Metadaten suchen, aber Programme verstehen den Bildinhalt noch nicht. Oder ich möchte was freistellen und wähle dazu Pixel aus, statt zu sagen “bitte stell mir den Kopf frei”. Genau das ist mit dieser Intelligenz gemeint.

Wie schaut sowas jetzt konkret in Programmen aus, wenn Photoshop die Bilder also versteht und nicht einfach nur bearbeitet. Aus diesem Blickwinkel ergibt sich also noch enorm viel Potenzial für zukünftige Programme, denn derzeit hat Adobe zwar die Technologie zu erkennen, wo in einem Bild ein Gesicht ist, aber man kann noch nicht sagen, wer diese Person ist oder suche mir bitte alle Bilder dieser Person. Aber genau daran wird derzeit entwickelt.

Gigapixel - ein Ende der Auflösung ist nicht in Sicht

xRez Urban Gigapixel ImagesWie schaut es mit der Auflösung aus? Am Projektor sehen wir ein wunderschönes Stadtpanorama von Boston (soweit Boston schön ist). Plötzlich zoomt David an Details heran, bis man erkennen kann, welche Person gerade im Cafe sitzt oder welches Nummernschild ein Auto hat (klingelt es jetzt wofür man höhere Auflösungen braucht). Dieses Bild war ein 1 Gigapixel Bild (zum Vergleich: gute Kameras bieten derzeit 24Megapixel Auflösungen). OK, aber wie lädt man jetzt ein solch gigantisches Bild (ich glaube es hatte ca. 12GB Dateigröße) in Photoshop, zoomt darin herum und bearbeitet es. Adobe entwickelt hier an einer Technologie, die es erlaubt über eine GPU Beschleunigung und ein intelligentes Caching von Bildinformationen stufenlos und fließend in dem Bild “umherzufliegen”. Genau so wirkt das Werkzeug auch - als würde man durch das Bild hindurchfliegen, beschleunigen, abbremsen, ran- oder wegzoomen. Wow! Die Originalbilder dazu findet man auch bei xRez.

The Jiggsaw Puzzle Experiment

Schnellauswahl Werkzeug von Photoshop CS3In Photoshop CS3 gibt es bereits ein Schnellauswahlwerkzeug. Hier wird durch ein Abstimmungsverfahren entschieden, ob der Pixel zur Auswahl gehören soll oder nicht. Ein tolles Werkzeug, was ich ständig benutze, auch wenn man sich vorstellen kann, dass der Algorythmus noch verbessert werden könnte. Was David hier gezeigt hat, war aber wesentlich mehr: Er markiert einfach ein Teil des Bildes, z.B. eine Person, schiebt diesen Teil an eine andere Stelle und Photoshop berechnet einen neuen Hintergrund und fügt die Person nahtlos an die neue Position ein. Das Geheimnis ist ein einfaches Puzzlespiel: Das Programm zerlegt das Bild in viele rechteckige Teile und versucht zu analysieren welche Teile am besten in den nun fehlenden Hintergrund passen würden. Diese werden noch ein bisschen überblendet und schon entsteht der neue Hintergrund. Auf die gleiche Art kann er nicht nur Bildteile verschieben, sondern einfach entfernen oder zwei Personen in unterschiedlichen Bildern in einem zusammenbringen.

Mehr als einen Blickwinkel

Aus einem kleinen Koffer zaubert David einen Prototypen einer Linse hervor, die in den Adobe Labs entwickelt wurde. Die Linse erinnert ein bisschen an das Auge einer Fliege, denn sie besteht aus vielen kleinen Linsen, die nebeneindander montiert das Bild aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln aufnehmen. Mithilfe eines neuen Tools kann er jetzt in Photoshop beliebig Schärfe oder Unschärfe auf weiter vorne oder weiter hinten liegende Bildteile auftragen oder das Bild in kleinen Gradschritten drehen. Die verschiedenen Perspektiven machen es möglich die 3D Informationen aus der Abbildung wieder auszulesen und durch die unterschiedlichen Informationen in den einzelnen Bildern lässt sich sogar die Auflösung des Gesamtbildes noch erhöhen. Fehlt nur noch ein Hersteller, der in Zukunft solche Linsen baut (denn der mit Heißkleber zusammengesetzte Prototyp von Adobe ist sicher nur zum Experimentieren gedacht). Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass die digitale Dunkelkammer die Fotoindustrie vorantreibt.

Adobe CSI

Aus den Serien sieht man ja schon wie einfach es ist Bildmanipulationen zu erkennen. Im richtigen Leben ist es leider bisher noch ein wenig komplizierter zu erkennen wo retuschiert wurde und wo das digitale Bild noch in Ordnung ist. David zeigt ein Foto und lässt uns raten, wo retuschiert ist. Meistens liegen wir falsch. Dann markiert er einige Bildstellen und ruft ein “Manipulation Detector” auf. Ist die Stelle echt, dann werden vier sogenannte “Truth Dots” angezeigt. Wenn diese fehlen, ist das ein Hinweis auf eine Manipulation. Wie geht das? Auch dieser Trick ist einfach (zumindest die Idee - von dem Algorythmus dahinter würde ich wahrscheinlich Albträume bekommen). Zur Belichtungszeit wird eigentlich nur ein Graustufenbild erstellt. Ein Filter davor entscheidet, ob es sich bei dem belichteten Bildpunkt um einen roten, grünen oder blauen Pixel handelt. Die fehlenden Farbinformationen werden von den Nachbarpixeln ergänzt. Und genau dieses Muster weist auf ein nicht bearbeitetes Bild hin.

Fazit

Es war spannend mal einen Einblick zu bekommen wie bei Adobe geforscht und entwickelt wird. Auf jeden Fall brauche ich mir um mangelnde Innovationen auch in den nächsten Jahren keine Gedanken mehr zu machen. Und wenn ich mich zurückerinnere, was mein Sohn mit zwei Jahren schon alles drauf hatte, dann hat Adobe sich kein leichtes Ziel gesteckt.