Production Premium CS4 auf der IBC
Posted by: Sven Brencher in Production, Premiere Pro, Präsentation, OnLocation, Konferenz, CS4, After Effects, Adobe on
Sep 19, 2008
Fokus auf der IBC lag auf den CS4 Versionen von Premiere Pro, After Effects, Encor, OnLocation und Soundbooth. Nach fast zwei Jahren CS3 war es wieder richtig erfrischend neue Funktionen zeigen zu können. Was hat sich also getan?
Dynamic Link 2.0 und Workflow
Adobe hat den Produktionsworkflow mit Dynamic Link enorm ausgebaut. Zur Erstellung einer Blu-ray Disc oder einer DVD kann man die Premiere Pro Timeline direkt per Dynamic Link importieren. Damit entfällt das langwierige MPEG2 oder H.264 exportieren aus Premiere Pro und Änderungen im Schnittfenster werden sofort in Encore aktualisiert. Das gleiche gilt für die Zusammenarbeit zwischen After Effects und Premiere Pro. Dynamic Link funktioniert jetzt in beide Richtungen und man kann die Premiere Pro Timeline in After Effects direkt als Clip anzeigen lassen. Um schnell einen Effekt auf eine Reihe von Clips anzuwenden, lassen sich diese in Premiere Pro auswählen und per Klick durch eine After Effects Komposition ersetzen. Auch Soundbooth kann jetzt via Dynamic Link After Effects Kompositionen und Premiere Pro Schnittfenster als Referenzspuren im neuen Multitrackeditor anzeigen.
Metadaten – von der Planung bis zur Distribution
Adobe verfolgt einen ganz neuen Ansatz und zielt damit direkt auf eines der größten Probleme von Videos in der Online Distribution ab. Der Inhalt ist nur schwer zugänglich und nach Informationen zu suchen ist nahezu unmöglich. Durch die Einbettung von XMP Metadaten in die Videoclips können Suchmaschinen oder Flash Anwendungen Informationen aus dem Film auslesen, bevor dieser komplett abgespielt worden ist.
Bereits bei der Aufzeichnung in OnLocation können über das neue XMP Metadaten Bedienfeld, das man jetzt in allen Videoapplikationen von Adobe findet, Informationen eingegeben werden. Dazu zählen, Szene, Bandname, Shot, Location, Darsteller, Kommentare uvm. Im Prinzip gibt es keine Grenzen, dann man kann sich auch eigene Felder wie z.B. eine Kunden ID anlegen. Die Metadaten bleiben während der ganzen Bearbeitung in allen Programmen erhalten und werden bei der Ausgabe direkt in den Clip geschrieben. Praktisch sind auch die Suchfunktionen in den Programmen, die ein schnelles Auffinden von Clips ermöglichen.
Das Highlight aber ist die Spracherkennung in Premiere Pro und Soundbooth. Die Sprache wird analysiert und dann als Text mit Timecode dargestellt. Auch dieser lässt sich später ausgeben, sodass man direkt nach den gesprochenen Inhalten suchen kann.
Kein warten mehr
Wenn ich einen Film aus Premiere Pro exportieren wollte, dann konnte ich weder weiterarbeiten, noch konnte ich automatisch mehrere Sequenzen in einer Stapelverarbeitung abarbeiten lassen. Der programminterne Media Encoder ist jetzt ein eigenständiges Programm geworden und verfügt über eine Renderliste, ähnlich wie in After Effects. Alle Export Jobs aus Premiere Pro werden automatisch an den Media Encoder übergeben und dieser kann neben Premiere Pro Sequenzen und After Effects Kompositionen auch viele verschiedene Videoformate umkodieren. Für mich persönlich der größte Segen in CS4!
OnLocation
Das Programm kommt jetzt auch im CS4 Look daher und passt sich damit den anderen Anwendungen besser an. Neu ist auch eine Mac Version.
Premiere Pro
Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich in den letzten zwei Jahren nach einer AVCHD Unterstützung gefragt wurde. Jetzt ist sie da und wer einen schnellen Rechner hat, der kann den relativ neuen und aufwendigen Codec auch vernünftig bearbeiten. Endlich sind auch die Projekteinstellungen flexibler geworden: Statt am Anfang zu bestimmen mit welchem Material ich arbeiten will, kann ich jetzt jede Sequenz innerhalb eines Projektes mit unterschiedlichen Formaten belegen.
Es gibt auch viele kleine Helfer in Premiere Pro CS4: mehreren ausgewählten Clips lassen sich jetzt Blenden zuweisen und Audio normalisieren. Man kann Clips mit einem Rechtsklick in eine neue Sequenz verschachteln beim Import von Photoshop Dateien genau definieren, welche Ebenen importiert werden sollen. Eine Unterstützung für alle Photoshop Ebenenmodi rundet die Sache ab.
Encore
Die wichtigste Eigenschaft ist sicherlich der direkte Import von Premiere Pro Sequenzen ohne das diese vorher gerendert werden müssen. Aber auch neue Funktionen, wie z.B. Weblink und Blu-ray Popup Menü sind hinzugekommen. Was mich besonders gefreut hat ist, dass Photoshop Smart Objekt Ebenen erhalten bleiben.
After Effects
Auch in komplexen Kompositionen findet man sich jetzt durch die neue Suchfunktion und einen interaktiven Navigator noch bestens zurecht. Es gibt einen sehr schönen Cartoon Effekt und einen neuen Weichzeichner, die die ohnehin schon sehr umfangreiche Effektpalette erweitern. Adobe hat After Effects mit Mocha ein externe Motion Tracking Programm hinzugefügt, das wirklich grandiose Ergebnisse ermöglicht.
An vielen Stellen ist die Performance verbessert worden: so gibt es z.B. wesentlich feinere Einstellungen für das Multiprocessing. Auch das Zusammenspiel mit Photoshop bringt jetzt den enormen Vorteil, dass 3D Objekte in einer PSD Datei direkt als Objekte in After Effects ankommen und so tatsächlich mit echten 3D Objekten in After Effects gearbeitet werden kann.
Soundbooth
Das Audiobearbeitungsprogramm bietet nun einen Multitrack Editor mit dem sich Clips auf mehreren Spuren arrangerien lassen. Multitrack Sequenzen können als ASND Dokument gespeichert werden und dann in Premiere Pro oder Flash importiert werden. Klickt man dort dann die Funktion "in Soundbooth bearbeiten" an, dann öffnet sich automatisch wieder die Multitrack Sequenz.
Soundbooth hat ein sehr praktisches neues Werkzeug mit dem sich mehrere Audioclips gleicheitig in der Lautstärke angleichen lassen und bietet beim Komprimieren von MP3 Sounds vorher eine Vorschau an.
Fazit:
Zunächst hat es sehr viel Spaß gemacht den begeisterten Besuchern die neuen Funktionen zu zeigen und es war beeindruckend, wie viel Zeit sie sich im Kino oder an den Arbeitsplätzen genommen haben. Es stecken viele gute Ideen im neuen Production Premium drin, die helfen werden in Zukunft noch effizienter zu produzieren. Ich freu mich schon auf den Einsatz von CS4 in eigenen Produktionen.

