Digitalschnittmesse 2007

Posted by: Sven Brencher in VortragProductionPräsentation on Print 

Der erste Tourstop in München ist geschafft und ich bin gerade in Berlin angekommen für die zweite Veranstaltung. Im Hotel habe ich noch das kostenlose Komfortupgrade bekommen :-) Ich liebe die Berliner! jetzt möchte ich Euch noch einen kurzen Überblick über die Details des Vortrags geben, der in München bei über 400 Teilnehmern bereits gut angekommen ist.

Im Mittelpunkt steht eine Produktion von Inlite, die im HDV Format gedreht ist und sowohl auf Blu-Ray, wie auch als Flash Video ausgegeben werden soll. Wir haben ein Imagevideo für den Natur-Hochseilgarten in Altenhof gedreht und HDV war dabei ein ideales Format. Insbesondere das JVC Format, das auf Halbbilder verzichtet bietet gestochen scharfe Bilder (was bei der schönen Naturlandschaft im Hintergrund besonders gut heraus kommt) und lässt sich ideal sowohl für eine PC und TV kompatible Disk, wie auch fürs Web exportieren.

Der erste Teil des Vortags beginnt mit Onlocation, Premiere Pro und Soundbooth. Ich habe selbst erst gezweifelt, wofür man Onlocation im Produktionsalltag brauchen kann, aber das Capture Tool hat ein paar Nette Gimmicks: die Aufzeichnung kann per Remote von der Kamera gestartet werden und ausserdem ist eine Szenenerkennung bei HDV Material möglich. Der Kontrollmonitor und auch die Audiofeatures sind toll, um schon während der Aufnahme Fehler zu vermeiden. Eine Split Screen Ansicht erlaubt es Szenen ideal aufeinander abzustimmen, denn bereits gedrehtes Material liegt im Programmeigenenen Rekorder und kann jederzeit noch mal betrachtet werden. Ideal für passende Anschlüsse. Jetzt brauche ich eigentlich nur noch eine kabellose Firewireverbindung. Wer sowas mal sieht, bitte bescheid geben.

Premiere Pro hat auch ein paar nette Neuigkeiten: die ganze Projektverwaltung ist wesentlich besser, denn man kann mehrere Bins parallel öffnen. Eine Suchfunktion â la Spotlight oder Desktop Search Engine erlaubt es schnell passende Clips zu finden. Durch neue Schnittfunktionen kann man Clips im Schnittfenster wesentlich einfacher ersetzen als vorher; ideal im Zusammenspiel mit der genannten Suchfunktion.

Mit Soundbooth gibt es jetzt einen Audioeditor, der absolut simpel zu bedienen ist und einige wirklich gute Restaurations- oder Optimierungsfunktionen beherrscht. Ich habe alle Sprachaufnahmen für die Produktion damit gemacht, direkt zurechtgeschnitten, schnell die Lautstärke angepasst und durch Filter gemastert. Bei einigen Interviews ließen sich störende Hintergrundgeräusche (speziell ein kläffender Hund) einfach aus der Spektralansicht entfernen. Für die Musik zum Film habe ich passende Tracks aus der Soundbooth Bibliothek verwendet, die sich über ein paar Parameter noch ein wenig anpassen lassen. Noch sind diese Stücke unverbraucht und ich hoffe, dass Adobe bald neue anbietet. Eine Ressourcenzentrale ist im Programm integriert und lässt zumindest Hoffnung zu.

Im zweiten Teil habe ich ein paar After Effects Neuheiten untergrebracht. Eine wesentlich besser Photoshop Integration (After Effects beherrscht jetzt alle Ebeneneffekte), neue Grafikebenen, die sich wie Illustrator Objekte anfühlen und die Möglichkeit Text Zeichenweise im 3D Raum zu animieren. Mit dem Puppet Tool hat man ein neues Animationsspielzeug zum austoben und der Brainstorm Modus hilft, wenn die Kreativität versagt (auch solche Momente gibt es im Leben eines Visual Effects Artists).

Ein spannender Teil ist auch das Live Keying mit Ultra; wir habe extra eine Greenscreen aufgebaut, um zu zeigen wie gut man Material in Echtzeit und mit enorm hoher Qualität in Szenen freistellen kann. Der Part macht mir bisher am meisten Spaß, auch wenn die Programmoberfläche zu Ultra noch sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Die neuen Videofunktionen in Photoshop runden den zweiten Teil ab. Es ist schon enorm, dass man einfach so eine Videodatei in Photoshop CS3 Extended öffnen kann und darin herummalen kann - der Profi nennt dieses herummalen allerdings Rotoskoping :-)

Im Letzten Teil habe ich eine kurze Einführung zum Thema Blu-Ray vorbereitet. Vielleicht ganz interessant, was es so an Erfahrungen bisher gibt und was das Format z.B. von der HD-DVD unterscheidet. Es gibt aber auch einige Gemeinsamkeiten. Danach machen wir uns dann auch gleich daran eine solche Scheibe in Encore CS3 zusammenzustellen. Danach wird es mit Flash dann noch mal richtig interaktiv und wir erstellen eine kleine Videopräsentation fürs Web.

Ich denke, dass ist eine Menge Stoff für einen Tag und ich habe noch nicht mal alles erwähnt. Also vielleicht sehen wir uns noch zu einem der Termine auf der Digitalschnittmesse und wenn Ihr als Besucher dort gewesen seid, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen.

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